AG Fulda, 27.06.2017 - 22 Ds - 14 Js 6144/16

Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Weiterhin Verbot des Haltens und Betreuens von Wirbeltieren für immer.

Sachverhalt:
Der Angeklagte hielt ab dem 01.05.2015 auf seinem Anwesen einen siebenjährigen Schäferhund-Mischlingsrüden und eine Gelbwangenschmuckschildkröte. Im Rahmen einer behördlichen Kontrolle am 23.12.2015 wurde festgestellt, dass der Hund in einem sehr schlechten Ernährungszustand war, er wog nur noch 21 kg. Außerdem befand er sich in einem sehr schlecht belüfteten Raum, in dem erhebliche Mengen alten Kots und urindurchtränkte Sägespäne waren. Es herrschte ein starker Ammoniakgeruch. Die Bindehäute des Hundes waren stark gerötet. Das in dem Wassernapf befindliche Wasser war mit einer filmartigen Schicht bedeckt. Sein Fell war stumpf und die Krallen überlang. Er setzte blutigen Urin ab.
Die Gelbwangenschmuckschildkröte befand sich in einem Aquarium mit stark verdrecktem und stinkenden, gülleartigen Wasser. Ihre Haut war schleimig und stark gerötet. Der Rückenpanzer war deformiert.
Trotz eingeleiteter Behandlung starb die Schildkröte am 12.01.2016.

Beurteilung:
Durch Unterlassen habe der Angeklagte beiden Tieren erhebliche und langanhaltende Leiden und Schmerzen zugefügt und habe auch den Tod der Schildkröte verursacht. Er habe sich gemäß § 17 Nr. 1 und Nr. 2b) TierSchG strafbar gemacht.

Entscheidung:
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Weiterhin wurde ihm für immer das Halten und Betreuen von Wirbeltieren untersagt.