VG Ansbach, 17.10.2016 - AN 10 K 16.00630

Aus Nachweisen, die die Sachkunde eines Antragstellers in Bezug auf die Ausbildung von Hunden belegen sollen, muss sich ergeben, welche Inhalte in welchem Umfang vermittelt wurden und ob der Antragsteller diese auch verinnerlicht hat und wiedergeben kann. Außerdem muss sich aus den Nachweisen die Fachkompetenz der Ausbilder ergeben. Ist dies der Fall, kann nachgewiesen werden, dass ein Antragsteller die erforderliche Sachkunde hat.

Sachverhalt:
Die Klägerin beantragte bei der Behörde am 31.07.2014 die Erteilung der Erlaubnis, für Dritte Hunde auszubilden und die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anzuleiten. Hierfür legte die Klägerin verschiedene Unterlagen vor, u.a. Nachweise eines zweijährigen Praktikums bei einer Hundeschule, die Abschlussnachweise für eine Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin und zur Tierakupunkteurin sowie zur Diplom-Biologin, weiter eine Ausbildung im Hinblick auf einen sogenannten Hundeführerschein. Des Weiteren absolvierte sie erfolgreich die theoretische Prüfung in Form des sog. D.O.Q.-Pro.-Tests.
Die Behörde teilte mit, die vorgelegten Nachweise reichten nicht für einen Nachweis der entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten aus. Vielmehr habe die Klägerin noch ein Fachgespräch mit der zuständigen Behörde zu führen.
Dies lehnte diese ab, woraufhin die Behörde die Erlaubnis mit der Begründung ablehnte, die Klägerin habe nur einen Teil der Prüfung erfolgreich absolviert. Die vorgelegten Nachweise seien nicht gleichwertig mit einem Fachgespräch, welches aber nicht durchgeführt wurde.
Die Klägerin beantragt vor dem VG, die Behörde zum Erlass der beantragten Erlaubnis zu verpflichten.
Die Beklagte habe ermessensfehlerhaft gehandelt, weil sie verkenne, dass nicht nur das standardisierte Fachgespräch, sondern auch andere Nachweise geeignet seien, die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten nachzuweisen. Denn die Behörde habe eine Einzelfallprüfung aufgrund der vorgelegten Nachweise durchzuführen und kein standardisiertes Verfahren.

Beurteilung:
Das VG Ansbach hat die Klage abgewiesen.
Die Ablehnung der beantragten Erlaubnis sei rechtmäßig und verletze die Klägerin daher nicht in ihren Rechten.
Die von der Klägerin beigefügten Nachweise haben nicht dazu ausgereicht, ihre Sachkunde für die Hundeausbildung zu belegen. Daher habe ihr aufgrund der vorgelegten Nachweise keine Erlaubnis gem. § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 f) TierSchG erteilt werden müssen.
Denn es liege auf der Hand, dass es für die von der Klägerin begehrte Tätigkeit umfassenderer Kenntnisse und Fähigkeiten bedürfe, als die Klägerin bislang nachgewiesen habe. Das Anforderungsprofil einer Hundetrainerin sei sehr breit ausgelegt. So müsse diese sich u.a. mit den Themen Welpenentwicklung, Rasseunterschiede, Ausdrucksverhalten, Lernverhalten und Stress, Verhaltensproblematiken, Tierschutz, praktische Übungsgestaltung, Motivation und Biologie des Hundes auskennen und auch im tatsächlichen Training insbesondere bei Verhaltensproblematiken Strategien zu tierschutzgerechten Lösungen beherrschen.
Aus Nachweisen, die diese Sachkunde eines Antragstellers belegen sollen, müsse sich ergeben, welche Inhalte in welchem Umfang vermittelt wurden und ob der Antragsteller diese auch verinnerlicht hat und wiedergeben kann. Außerdem müsse sich aus den Nachweisen die Fachkompetenz der Ausbilder ergeben. Sei dies der Fall, könne nachgewiesen werden, dass ein Antragsteller die erforderliche Sachkunde hat.
Im Fall der Klägerin sei es so, dass die von ihr beigefügten Nachweise lediglich Teilnahmebescheinigungen gewesen seien, die nur das Oberthema der Ausbildung erkennen ließen, also gerade nicht, welche Themen in welchem Umfang vermittelt worden seien. Auch habe man nach diesen Nachweisen nicht erkennen können, ob die Klägerin die Inhalte auch verinnerlicht habe und wiedergeben könne. Letztlich sei auch die Kompetenz der jeweiligen Ausbilder nicht zu erkennen gewesen.

Entscheidung:
Das VG Ansbach hat die Klage gegen die Ablehnung der Erlaubnis abgewiesen.


Fundstellen